Schwarzer Tee / Grüner Tee

Allgemeines
Grüntee
Schwarztee

 
 
 
Allgemeines zur Teeherstellung
Neben dem Standort, der ökologischen Anbaumethode, der Pflanzensorten und der Ernte ist die Verarbeitung der nächste wichtige Schritt einer hochwertigen Teeherstellung.
 
Welken
Beim Welken werden die Teeblätter für die Verarbeitung geschmeidig gemacht. Durch Ausbreiten auf Trockengestellen verlieren sie ungefähr 20 % ihrer Feuchtigkeit.
 
Rollen
Beim Rollen werden die Zellwände der Teeblätter aufgebrochen, so daß der Zellsaft durch den Sauerstoff der Luft oxidiert.
 
Fermentation
Fermentation nennt sich der Oxidationsprozeß, der den Tee farblich verändert und das charakteristische Aroma entstehen läßt. Grüner Tee wird im Unterschied zu Schwarztee nicht fermentiert. Er behält daher seine grünliche Färbung bei.
 
Trocknen
Dieser Vorgang gibt dem Tee seine Haltbarkeit. Die Blätter kommen in Trockenöfen, in denen der Tee durch Heißluft auf eine geringe Restfeuchtigkeit getrocknet wird. Später bei der Teezubereitung löst sich der angetrocknete Saft mit heißem Wasser wieder auf.
 
Sortieren
In Siebmaschinen wird der fertige Tee nach verschiedenen Blattgraden sortiert.
 
 
 

Grüntee

Der Begriff Grüntee umfaßt viele hundert Sorten, die sich in ihrer Geschmacksqualität, ihrer Herkunft, dem Zeitpunkt der Pflückung oder der Verarbeitung unterscheiden. Allein in China werden mehr Grüntees angeboten als in Frankreich Weine.
Der Grüntee entstammt grundsätzlich der gleichen Pflanze wie der Schwarztee. Verarbeitet werden vor allem die hochwertigen Blätter der Teepflanze Camellia sinensis. Im Gegensatz zur Schwarzteeherstellung werden die Blätter nach dem Welken und Rollen jedoch nicht fermentiert. Nur der Fermentationsprozeß ist verantwortlich für die rötliche Verfärbung der Blätter und den charakteristischen Schwarzteegeschmack.
 
Die klassische Zubereitung
Das Aroma des wertvollen Getränks entfaltet sich am besten, wenn Sie die Teeblätter mit ca. 75 Grad C heißem Wasser übergießen. Als optimale Dosierung werden 1 bis 2 g pro Tasse gerechnet (oder ein gehäufter EL = ca. 10 g für eine 1l-Kanne). Der Tee sollte 3 Minuten ziehen und wird anschließend in eine andere vorgewärmte Kanne umgefüllt. Ein hochwertiger Grüntee verträgt auf diese Weise einen zweiten Aufguß.
 
 

Die Sorten

 
Chun Mee
Eigentlich wird diese Sorte Zhen Mei genannt, was soviel wie "schöne Augenbraue" bedeutet. Es ist der chinesische Alltagstee. Ein milder Tee, mit einem hellen, gelblichen Aufguss.
 
Gunpowder
Dieser zu kleinen Kugeln gerollte Tee ist der Exportschlager Chinas. Vor allem in Nordafrika ist dieser Tee, mit frischer Minze aufgebraut, das Traditionsgetränk.
 
Sencha
In China wird er "Zhen Qing" genannt, wo er auch ursprünglich herstammt. Heute wird er allerdings mit japanischen Maschinen hergestellt. Keine andere Teesorte wird mit einem vergleichbar hohen technischen Aufwand produziert.
 
Lung Ching
Drachenbrunnen Tee. In Handarbeit werden die jungen Triebe im Wok ‚gebügelt'. Das Ergebnis ist ein milder, süßlicher Grüntee der Spitzenklasse.
 
Silver Tips
Die ersten Blattknospen im Frühling werden sorgfältig abgeerntet und vorsichtig im Wok trockengerieben. Das Ergebnis - silbrig glänzende kleine Nadeln. Diese Tees haben eine sehr hohe Konzentration an Wirkstoffen.
 
Ming Mei
‚Helle Augenbraue' nennt man diese silbrigen Blattknospen, die wie feine Daunen aussehen. Die Frühlingsknospen werden vorsichtig über Holzkohlefeuer getrocknet.
 
Mao Fang
Im April wird die Knospe und ein Blatt geerntet, sterilisiert, leicht gerollt und getrocknet. Ein dunkelgrüner, milder Tee von hoher Qualität.
 
Mao Jian
Ähnlich wie Mao Fang, jedoch aus einer späteren Ernte.
 
Hong Ching
Durch langes Rollen wird dieser Tee sehr drahtig. Anschließend wird er in der Sonne getrocknet. Diese Methode der Herstellung ergibt einen sehr grünen Aufguss mit einem frischen Geschmack.
 
Gua Pian
Die Blätter werden nach dem Sterilisieren nur ganz kurz gerollt, dadurch entsteht ein sehr offenes Blatt mit hell- bis dunkelgrüner Färbung. Der Aufguss ist sehr grün und mild.
 

Schwarztee

 
Darjeeling
Am bekanntesten sind die First und Second Flush Tees dieser Region am Fuße des Himalaya. Sie zeichnen sich durch einen zartherben Geschmack und einen sehr hellen Aufguss aus. Die First Flushs sind spritzig und herb, die Second Flushs süßlich und die im Herbst geernteten Tees sind recht kräftig.
 
Assam
Kräftig, malziges Aroma zeichnet diese Tees aus. Deswegen sind sie Hauptbestandteil der Ostfriesen Mischungen. Die Second Flush Blatt-Tees sind etwas weicher und ein Hochgenuss auch ohne Sahne und Kluntjes.
 
Süd-Indien
Es ist generell wenig bekannt, dass im Süden Indiens riesige Teeanbaugebiete sind. Diese Tees sind den Ceylon Tees aus Sri Lanka sehr ähnlich. Mild würzig sind sie ideal zum Mischen und Aromatisieren.
 
Tansania
Typischer Afrika Tee ist vollmundig und leicht erdig. Man meint den roten Lehmboden, auf dem die Büsche wachsen, herausschmecken zu können.
 
Yünnan / China
Die Chinesen nennen Dian Hong ‚Roten Tee' (in China wird schwarzer Tee so genannt). Er stammt von dem großblättrigen Assam Typ und ist diesem recht ähnlich. Durch die spezielle Verarbeitungstechnik bekommt er einen leicht süßlich-rauchigen Geschmack.
 
Qi Men / China
Offensichtlich konnte das niemand aussprechen, deshalb heißt dieser Tee jetzt Keemun Congou. Die Region Qi Men liegt im Süden der Provinz Anhui und die dort produzierten Tees zeichnen sich durch einen extrem milden und süßen Geschmack aus. Eine leider wenig bekannte Sorte.